Enrico Niemann


Enrico Niemann zählt mit seinem eigenwilligen Werk zu den Künstlern in Deutschland, die sich wieder mit der abstrakten Kunst befassen, ohne eine ästhetische oder ideologische Polemik vom Zaun brechen zu wollen.
Armin Hauer, Kunsthistoriker, Frankfurt (Oder)

Wenn man als Künstler im Bereich der abstrakten Kunst arbeitet, geht es um die Wahrnehmung, Struktur, Oberfläche, Haptik, Geste und letztendlich wie es Malewitsch gesagt hat, um den Suprematismus. Das emotionale Sofortverständnis und die direkte Erfahrbarkeit von Kunst durch subjektive Betrachtung. Da jeder Betrachter unterschiedlich ist, variieren die Wirkungen von ein und dem selben Werk. Es bleiben Gegebenheiten wie Oberfläche, Material, Beschaffenheit und Größe, die es objektiv zu beschreiben gilt. Opak, oszillierend, ästhetisch ansprechend treten einem die Werke Enrico Niemanns gegenüber. Durch die geschickte Verschiebung der Struktur und Muster, der Wahl der brillanten Farben und des Bildausschnittes taucht man in eine unbegrenzte Form, die einen Hauch von Ewigkeit vermittelt.

Enrico Niemann begreift Farbe als Farbhaut und Farbraum. Beim Thema Haut geht es natürlich auch um die menschliche Haut, die nicht nur Organ und äußere Hülle des Menschen ist, sondern auch eine Grenze. Grenze und Verbindung zugleich zwischen Außen- und Innenwelt. Trotz der hohen Ästhetik schwingt die Frage nach dem Glanz im Sinne der Außenwirkung mit. Wie viel Wahrheit und Realität verbirg sich hinter dem Glanz und der Oberfläche? Durch sein spezielles technisches Verfahren sehen wir diverse Farbschichten, die jeweils ihre Wirkung, Spur und Geschichte in der Wahrnehmung hinterlassen.

Enrico Niemann absolvierte 2007 mit summa cum laudae das Studium für Freie Kunst an der Bauhaus Universität Weimar. Er ging als einer der besten Studenten in die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland nach Bonn. Seine Werke waren bereits international zu sehen. In der Ausstellung EIGENWILLIGKEIT im Museum für Junge Kunst, Frankfurt (Oder) wurden 2013 Ankäufe für die Sammlung getätigt. Stipendien und Preise untersteichen die hohe Qualität seiner künstlerischen Arbeit.

Lebenslauf
1978 geboren in Bad Saarow
2001 – 2007 Studium der Freien Kunst, Bauhaus Universität Weimar, Diplom mit Auszeichnung

Preise / Stipendien
2014 Residenz Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf
2007/08 Graduiertenstipendium der Bauhaus Universität Weimar
2005 DAAD Reiseförderung für Tokio

Einzelausstellungen
2017 Transformationsfelder, Galerie ARTAe Leipzig
2015 andere Gegebenheiten, Galerie ARTAe Leipzig
2014 leicht bis mehr farbig, Galerie Axel Obiger, Berlin
2014 Antimuster, oca-Galerie, Berlin
2013 front side / back side, Galerie ARTAe, Leipzig
2010 gefaltet – verhäutet, Galerie ARTAe, Leipzig
2007/08 intercarnation, Galerie ARTAe, Leipzig
2006 Büro-Kunst und Hotel-Rouge (da), Galerie Artbuero, Berlin

Gruppenausstellungen
2013 monumental, 20. Leipziger Jahresausstellung, Westwerk, Leipzig
2013 EIGENWILLIGKEIT, Museum für Junge Kunst, Frankfurt (Oder)
2012 C.A.R., contemporary art ruhr, Welterbe Zollverein, Essen (Messe)
2012 FLASHBACK (mit Chamberlain, Judd, Kelly), Galerie ARTAe, Leipzig
2011 C.A.R., contemporary art ruhr, Welterbe Zollverein, Essen (Messe)
2011 Case studies, Freies Museum, Berlin
2010 Chroma, Bauhaus-Universität, Weimar
2010 spleendid view, Universal Cube, HALLE 14, Baumwollspinnerei, Leipzig
2010 Verwandlungen, projektraum Hotel 25, Berlin
2010 Art Karlsruhe, Karlsruhe (Messe)
2009 POP OUT: Copenhagen, Warehouse 9, Kopenhagen
2009 Große Kunstausstellung Halle, Kunsthalle Villa Kobe, Halle
2009 Wintermärchen, Galerie ARTAe, Leipzig
2009 Machen wir…, Galerie pack of patches, Jena
2008 Zerreißen und Zunähen hat seine Zeit., Kunsthaus Erfurt, Erfurt
2008 OSTRALE, 2. internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst, Dresden
2008 Utopie des Raums, Kyrgyz National Museum of Fine Arts, Bishkek (Kyrgyz Republik)
2008 Deutscher Frühherbst, Galerie ARTAe, Leipzig
2008 Brandenburgischer Kunstpreis, Stiftung Schloss Neuhardenberg
2007 Kunststudenten stellen aus, 18. Bundeswettbewerb des BMBF
2007 Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
2007 indian summer, Galerie ARTAe, Leipzig
2005 Die entblößte Farbe Rosa, The University Art Museum, Tokyo (Japan)
2005 Erholung, Kunstwandelhalle, Bad Elster
2005 lustwandeln?, Stadtmuseum Weimar
2005 Malstall, Marstall, Weimar
2004 Transit unfoldet, Toyota Municipal Museum of Art, Nagoya (Japan)
2004 Die Linie als Kunst und Lebensspur
2004 23. Kunstpreis der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Esslingen

Publikationen
2013 Katalog „Enrico Niemann – specific layer“, Galerie ARTAe Leipzig
2013 Katalog „Eigenwilligkeit“, Hrsg. Museum Junge Kunst Frankfurt/O.
2013 Katalog „monumental“, 20. Leipziger Jahresausstellung, Leipzig
2010 Katalog „Chroma“, Bauhaus-Universität, Weimar
2009 Katalog „Große Kunstausstellung Halle“, Villa Kobe, Halle
2008 Katalog „Brandenburgischer Kunstpreis 2008“, Hrsg. MOZ
2007 Katalog „Kunststudenten stellen aus“, Deutsches Studentenwerk, KAH-Bonn
2006 „Pink – The Exposed Color in Contemporary Art and Culture“
Hatje Cantz, Ostfildern 2006
2004 Katalog „Transit unfolded“, Nagoya Zokei University of Art & Design

Werke von Enrico Niemann befinden sich in privaten Sammlungen in Kopenhagen (DK), Leipzig, Weimar, Zürich (CH).