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INA HERMANN
Stich für Stich

Collagen, Zeichnungen, Drucke
13.01. - 25.22.2012, Galerie ARTAe Leipzig

Eröffnung am Freitag, 13. Januar 2012 von 18 22 Uhr


     

Stich für Stich

Stich für Stich, oder Schritt für Schritt mal zwei nach vorn, mal einer zur Seite oder gar zurück?!
Sollte dies eine geeignete Einführung in die Ausstellung aktueller Arbeiten der Künstlerin Ina
Hermann sein? Natürlich folgt darauf ein klares JEIN! Auf alle Fälle umschreiben die Eingangs-
worte jedoch recht trefflich die Arbeit unserer Galerie in den letzten Jahren. Erlaubt sei nur ein
kurzer Blick zurück und auch nur das vergangene Jahr betreffend. Zusammengenommen 15
Ausstellungseröffnungen in und außerhalb der Galerieräume, ein Messeauftritt, Künstlergespräche,
einige Lesungen und sogar ein Thüringer Kloß-essen - all dies in einem Jahr, resümierend ist klar:
das waren ziemlich viele Schritte und zwar nach vorn! Jedoch, wir möchten noch weiter, denn nach
der Ausstellung ist ja vor der Ausstellung.

Mit den neuen Collagen und Drucken der Erfurterin Ina Hermann, bestreiten wir nun die erste
Ausstellung des Jahres 2012 und damit einen ersten, wichtigen Schritt. Gewohnt gekonnt - leichtfüßig
in ihrer Ausführung und zu gleich hintergründig und poetisch, die Künstlerin versteht es, in ihren
Arbeiten, Alltagsnotizen, Beobachtungen und Grotesken zu bannen, weiterzuspinnen und ins
Absurde zu führen. Sie nutzt feines Büttenpapier, taucht ein, aquarelliert, lässt verlaufen und
sie zeichnet, indem sie näht.

Komplettiert, oder eher poetisch verschleiert werden die entstandenen Arbeiten durch kurze
Bleistifttexte und Notizen. Glaubt man zunächst eine Erklärung für das Geschehen in und auf
der Wachswelt zu erhalten, wird die Verwirrung jedoch noch gesteigert. Und eben diese Nichter-
klärungen bereiten ein lustvolles und freigeistiges, ja feinsinniges Vergnügen!
Hermann formatiert unsere Gedanken neu und um, Floskeln und Sinnsprüche erhalten neue
Verknüpfungen und Ebenen. Wer Erholung und Abstand vom berühmten grauen Alltag benötigt
oder einfach Lust hat, kann durch und mit dieser Wachsscheibenwelt einen kurzen, boden-
ständigen Urlaub in der Metaebene feiern!

Eine weitere Arbeit ist ein 8-teiliger, farbiger Unikat-Druck, der sich der zugleich bedrohlichen
wie hoffnungsvollen Null widmet. Quasi ein politischer und gesellschaftlich höchst aktueller
Versuch, sich auch einmal an der Krise und auf die Chancen die da kommen zu freuen....
Ein echter Hermann, formal perfekt umgesetzt und irgendwo zwischen Konkreter Kunst
und ich wiederhole mich gerne: Poesie und intelligenter Arglosigkeit.
Nach 2006, die Künstlerin renovierte mit ihrem Partner inzwischen ein komplettes Gründerzeit-
Haus und etablierte darin ihre eigene Mal- und Zeichenschule, deren Abgänger inzwischen
auch an einigen Kunstakademien auftauchen, freuen wir uns nun, Ina Hermann und ihre Kunst
zum zweiten mal in Leipzig vorzustellen!

Wir freuen uns auf ihren Besuch!

Marian Elsner, Januar 2012
Galerie ARTAe


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