METULCZKI
Mandolinenfieber
- Malerei
05.11.2010 - 08.01.2011, Galerie ARTAe Leipzig

Eröffnung am Freitag, 5. November 2010 von 18 bis 22 Uhr
Laudatio um 19 Uhr von Thomas Kapielski


Der Künstler ist eventuell anwesend.

Ausstellungsansichten / view to the exhibition


Mit freundlicher Unterstützung der Rosenbrauerei Pößneck

             

links: Kühlschrankbild 10, 2008, Mischtechnik auf LW, 31 x 24 cm
rechts: Schleipziger HS, 2009, Acryl auf LW, 170 x 200 cm



Mandolinenfieber

Ein Leipziger Stadtmagazin hatte ja bereits zu Beginn des Jahres darüber berichtet, dass,
trotz der Zerwürfnisse in der Vergangenheit, Metulczki in 2010 erneut mit einer Einzel-
ausstellung in der ARTAe Galerie zu Gast sein wird. Der Titel Mandolinenfieber lässt zunächst
vermuten, der Künstler habe das Sujet gewechselt, hat genug vom Thema Bier, ausgetrunken,
ausgelutscht und nix mehr zu sagen. Doch weit gefehlt, er ist seinem langjährigen Thema
treu geblieben, hat weiter gemacht, sich altruistisch ins Milieu gestürzt, härtesten
Selbstversuchen hingegeben und der Bundesdrogenbeauftragten getrotzt! Auf die Frage nach
dem Warum, nach seiner Motivation, antwortet er gerne mit einem Zitat aus Henry Fieldings
Roman Tom Jones:

Dieweil Geschichte wenn mit Bier gepaart - Die ernsten Lehren milder offenbart.

Dem bleibt nichts hinzuzufügen und es freut uns sehr, dass wir die aktuellen Arbeiten des
Künstlers, aus den Jahren 2008 2010, nun in Leipzig präsentieren und einer breiten
interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen können.

Zu sehen sind neue romantische Schellackarbeiten, in denen diffuse Lichtquellen diverse Biere
illuminieren, Schatten werfen, sich spiegeln und der ganzen Szenerie ein Geheimnis verleihen,
sie mystifizieren. Ein ambivalentes Geheimnis, ästhetisch und schmuddelig zu gleich. Diese
Stimmungen werden in der mittelformatigen Serie der Bierleben weitergeführt und akzentuiert.
Eine andere Serie, die berühmten, leicht anrüchigen Kühlschrankbilder wiederum widmen sich
diversen Tippelbrüdern und Eckenstehern. Ungern gesehene Helden deren Privatheit, zumindest
partiell im Öffentlichen stattfindet. Sie sind Auslöser von schmallippigen Verbots- und
Verdrängungsphantasien unseres vermeintlich liberalen und toleranten Gemeinwesens. Bleiben
noch die grossflächigen, komplexen Malereien aus der Schleipziger HS Reihe, in denen das
alles irgendwie zusammen kommt und vereint wird. Traditionell ergänzt wird die Ausstellung
durch die, von einem österreichischen Gebirgsbach aquarellierten Papierexponate des Steffen S.

Doch warum nun der Ausstellungstitel? Man könnte jetzt im Max Goldt-Stil antworten: Schauen
sie im Lexikon nach, unter: Fieber,- Mandoline! Doch so einfach und schnoddrig wollen wir nicht
sein und versuchen eine vorsichtige Erklärung:
Kurzum, es gibt da wohl im Ostthüringischen einen Menschen, den alle nur unter seinem Spitznamen
Raspo kennen und lieben. Häufig anzutreffen in improvisierten Getränkestützpunkten oder an seiner
Stammtankstelle. Und eben hier ereilt es ihn zuweilen, das Mandolinenfieber! Jetzt sagen natür-
lich einige: Hä, es geht vielen anderen, ja Tausenden genauso, sie sind ebenfalls befallen!
Stimmt genau, und hätten all diese Protagonisten tatsächlich eines dieser klangvollen Instrumente
in ihren Händen, so würde sicherlich das DeutschlandradioKultur in seinem Neue Musik- Programm
regelmässig darüber berichten. Doch es gibt da eben keine Instrumente und so handelt es sich mehr
um eine Art Luftmandolinenspiel, von Wettbewerb wollen wir hier mal lieber nicht reden. Aber
entscheidend ist: Raspo hat erstmals diesem Phänomen einen Namen, noch dazu einen roman-
tischen und klangvollen gegeben. Und eben diesen hat sich Metulczki als Titel für seine Aus-
stellung in den Kopf gesetzt, nun gut...

Die Laudatio hält im übrigen der Berliner Schriftsteller und Künstler Thomas Kapielski, den der
Maler für diese Aufgabe gewinnen konnte.
Und, verehrte Leipziger und andere Journalisten, eventuell kommt Metulczki zur Vernissage
nach Leipzig!
Bleibt noch das 20jährige Jubiläum (Ja, die Zeit vergeht!) des treuen Praktikanten des Künstlers,
Nero Brauch, zu erwähnen. Er wird auch heuer wieder mit dabei sein und sicherlich erneut
reichlich rote Punkte, für die zahlreich veräusserten Werke an die Wände malen dürfen.

Marian Elsner, Galerie ARTAe Leipzig

weitere Areiten, Vita von Metulczki


Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Sabine Aichele-Elsner und Marian Elsner
Team der Galerie ARTAe