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Kairos – der Augenblick - Malerei von Udo Klenner Galerie ARTAe Leipzig, 21.01. - 05.03.2006
linke Abbildung:o.T. 1091-0605, 1991-2005, Acryl auf Leinwand, 87,3 x 60,3 cm rechte Abbildung: o.T. 505, 2005, Acryl auf Leinwand, 85 x 65 cm
linke Abbildung: o.T. 805, 2005 Acryl auf Leinwand, 87,6 x 61,4 cm rechte Abbildung: o.T. 0304., 2004, Acryl auf Leinwand, 80 x 58,2 cm „Der Malakt selbst ist im Grunde genommen ein Suchen von Formen in einer lebendigen Struktur.“ Udo Klenner November 2005 Hintergrund des Titels „Kairos – der Augenblick“ ist ein Griechenlandaufenthalt 1996, seit welchem Klenner ausnahmslos ins Abstrakte ging und seine Arbeiten radikalisierte. Zusätzlich verweist Kairos als personifizierter Gott der günstigen Gelegenheit auf den Balanceakt zwischen entscheidenden Augenblicken. Entscheidungen müssen nicht nur zwischen Formen und Farbe getroffen werden, sondern was viel wichtiger ist: wann ist das Werk fertig. Dieser passende Moment des Fertigseins muss ergriffen und darf nicht überschritten werden, denn sonst ist es totgemalt und damit irreparabel und kraftlos. Rhythmus, Struktur, Fläche und Raum sind die zentralen Themen von Udo Klenner. Die Überlagerung der verschiedenen Formen und Farben eröffnen nicht nur Räume, sondern vermitteln ein meditatives Moment. Das Meditative entsteht durch die gebetsähnliche fast religiöse Wiederholung der Buchstaben, Zahlen und erfundenen Formen. Die Wiederholung und Varianz ergeben den Rhythmus, der ästhetisch erfahrbar wird, aber inhaltlich schwer fassbar ist. Die akribische Anordnung von wirklich existierenden Buchstaben, Zahlen und frei erfundenen Formen sind ein Versuch der Ordnung, die trotz Struktur und Rhythmus wieder in einem Chaos aufgelöst wird. Nichts kann festgehalten werden, es bleibt nur das Gefühl. Die Buchstaben, als elementarste Teilchen von Worten, ergeben kein Wort, die frei erfundenen Formen keine Symbole, die sich aneinander reihenden Informationen bleiben ihrer Deutung nach sensible Empfindung, eine Weltsicht, eine Sicht auf die Welt. Als Betrachter kann jeder Blick, der auf Klenners vibrierende Bilder geworfen wird, ein Moment sein, in welchem wieder Neues entdeckt wird. Dieser Blick hängt stark von der Haltung des Betrachters selbst ab. Somit wächst jedes Bild mit den Augenblicken, die ihm geschenkt werden. Seine Bilder entstehen in wochen- und monatelanger Arbeit. Jede Farbe wird neu angemischt und eingepasst oder kontrastierend eingesetzt, damit letztendlich eine perfekte Komposition mit flirrendem und zugleich meditativ beruhigendem Charakter entstehen. Vordergründig wirken die Bilder dekorativ, doch bei längerem Betrachten setzt ein Flirren ein, das an Fehldrucke und Bildstörungen erinnert. Klenners eigenwillige Art und konsequente künstlerische Arbeit fußt auf die Ausbildung bei Prof. Hormig in Dresden, der seine Studenten stets ermutigte eigene Wege zu gehen. Sabine Aichele-Elsner MA Fenster schließen |