Ausstellung im Lutherhaus, Neustadt (Orla)

20. - 22.06.2008
Eröffnung am Freitag, 20.06.2007, 19 Uhr

Frank Naumann: Über Gott und die Welt...
Malerei, Zeichnung, Radierung und Skulptur

Paradies I., 2006, Öl auf Leinwand, 120 x 40 cm


Die Kunst von Frank Naumann gehört in den Kontext der figürlichen Malerei
und kann im Zusammenhang mit Künstlern wie z.B. Helge Leiberg und A.R. Penck
gesehen werden. Nicht wie seine berühmten Kollegen, früh entdeckt und hoch
vermarktet, arbeitet Frank Naumann eher still und bescheiden seit Jahren
an seinen Figuren. Naumann gibt sich nicht mit symbolischen zeichenhaften
Wiederholungen ab, sondern entwickelt seine bewegten Figuren immer weiter,
die nie an Witz, Bewegung und Lebendigkeit verlieren.
Oft sind seine tanzenden, hüpfenden Menschchen an historische, religiöse
oder mythische Zusammenhänge geknüpft. Der virtuose Künstler vergisst
dabei nicht auch Jetztbezogenes zu schaffen. So finden sich in seinen
ansprechenden Radierungen Kommentare und Situationen, welche zeitgemäße
Beziehungskisten wiederspiegeln, reflektieren oder einfach nur auf den
Arm nehmen. Es ist bemerkenswert, dass Frank Naumann immer wieder neue
Themen erschließt, in neuen Medien arbeitet und dabei nie langweilt.

Galerie ARTAe Leipzig, Mai 2008

Diese Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Neustadt/ Orla.

Vita Frank Naumann

1951 Geboren in Meißen
1968-71 Berufsausbildung als Elektromaschinenbauer mit Abitur
1973-75 Studium der Mathematik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
1986-87 Spezialschule Malerei/Grafik in Rudolstadt,
Ausbildung bei Steffen Volmer und Gerald Sippel
1987-97 künstlerischer Leiter des Studio N,Offenes Studio für Malerei & Grafik e.V.
seit 1990 freiberuflich als Maler und Grafikersowie als Foto- und Grafik-Designer,
freier Mitarbeiter mehrerer Thüringer Verlage mit dem Hauptarbeitsgebiet Buchgestaltung
seit 1991 Mitglied in der Allianz Deutscher Designer
seit 1998 Mitglied im Verband Bildender Künstler Thüringen
Seit 1989 zahlreiche Personalausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen


Stimmen

Die Ironie ist nicht zu übersehen: Frank Naumann hat sich Walter Womackas
berühmtes Liebespaar am Strand vorgenommen, hat es vollständig entkleidet
und vom Zuckerguss befreit. Zum Vorschein kommen zwei junge Leute in derselben
Pose, doch viel rauer, spannungsvoller und expressiver im Ausdruck. Ein
raffinierter Akt, mit Tusche und Aquarellfarben auf Seidenpapier getupft.
- Frank Quilitzsch (Thüringische Landeszeitung)

Dem Erfurter Frank Naumann entwachsen aus dem an und abschwellenden Pinselfluss
des erfahrenen Zeichners Generationen formelhafter Menschenwesen, die knapp,
aber präzise unsere Befindlichkeiten und Beziehungskisten durch ihre sensibel
beobachtete Körpersprache auf den Punkt bringen.
- Dr. Jutta Lindemann

Naumanns Figuren, allesamt Archetypen ohne Individualität, schwarz, ohne
Gesicht, nur durch ihre Körper sprechend, entbehren jeglicher Schwerkraft,
widersetzen sich beharrlich den Naturgesetzen, allem Fallen und Hängen.
Er zeigt gestreckte Schönheit, ohne den Makel des Verfalls, fröhlich,
ausgelassen, ekstatisch und geil. Seien es Tänzer, Musiker oder in sich
gekehrt Liebende, allein durch die Körperhaltung, die Kontur dieser
unpersöhnlichen Hüpfemännchen drückt er abstrakte Begriffe wie Zärtlichkeit
und Verlangen aus.
- aus der Laudatio in der Domgalerie Merseburg



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