"Die Welt", Bier-Report 2011, S. 18/ 19 - Kunst & Bier, Oktober 2011

 

Metulczki u.a./ Ein widerspenstiges Paar, von Sylvia Kopp

...Das gesamte Spannungsfeld des Bieres breitet Metulczki in seinem Werk aus -
von der ästhetischen Feier des Getränks über Studien von Trinkanlässen bis hin zur
Darstellung von Randexistenzen. der in Leipzig lebende Maler hat sich dieses Sujet
gewählt, weil er, wie er sagt, sich so schön daran abarbeiten kann. Und: "Es hat
mich extrem gereizt, ein so profanes Tehma in die elitäre Kunstwelt zu heben",
ergänzt der 40-Jährige.
"Ich stoße da oft auf extreme Vorbehalte. Viele winken ab, wenn sie nur davon
hören. "Dabei sollte man lieber genau hinschauen. Großformatige, collagenartige
Kompositionen mit Arbeitern oder Arbeitslosen, irritierende "Kühlschrankbilder",
die merkwürdig verschwommene Personen zeigen. Und vor allem hyperrealistische
Gemälde von gefüllten Biergläsern, klassisch, in der Tedition der niederländischen
Stilllebenmalerei, extreme Hell- Dunkel- Kontraste, Farbfülle und Detailgenauigkeit.
"Biererleuchtung" nennt er diese Werkgruppe. Metulczki, der selbst begeisterter
Biertrinker ist, hat sich in Tschechien inspirieren lassen. Auf Wanderungen sammelte
bei der Einkehr in Wirtshäusern erste Motive. Dass er nicht nur ein guter Beobachter
ist, sondern ein großartiger Künstler, beweisen die Eindringlichkeit und Präzision
seiner Bilder.

© 2011 Sylvia Kopp, freie Journalistin aus Berlin, 2011





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