Rede zur Ausstellung „5 Jahre Kunstpreis – Europäische Frauenforum“ / Sabine Aichele-Elsner MA/ 2007 |
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Claudia Hauptmann: Die Meisterin der Altmeister. Ich kenne wirklich keinen Künstler, bzw. keine Künstlerin, die in diesen Sphären von technischer Perfektion in Malerei und darüber hinaus mit einer riesigen Portion Humor und Ironie klassische Themen wie z.B. die Medusa, die Pietà oder auch das Verhältnis von Adam und Eva aufnimmt, entwickelt und sehr eigenwillig umsetzt. Die Medusa z.B. lebt nicht nur bei Claudia Hauptmann, sondern sitzt mit zu Zöpfen gebundenen Schlangenhaaren auf einer Balkon- brüstung in Berlin vor dem Fernsehturm des Alexanderplatzes. Ihre Arme reisst sie wild in die Höhe und hält an den roten feinen Fäden den von ihr geborenen Pegasus, der als Gott der Poesie noch im Moment des Todes von Medusa geboren wird. Oder auch die Pieta-Darstellung ist sehr außergewöhlich... Die „Melancholie des Papageno“ entstand während des Aufenthaltes am Bussen in Uigendorf 2004, wodurch sich die Landschaft erklärt. Es ist nicht nur ein Werk inspiriert zu Mozarts Zauberflöte, sondern nimmt diese Figur und Geschichte auf, verwandelt sie und erfindet etwas ganz Neues. Der Vogelfänger Papageno sitzt mit dem Käfig vor einer Art Vogelscheuche. Die Haltung des Papageno kann als Zitat der berühmten Melancholie von Albrecht Dürer oder auch im Zusammenhang des Rodin`schen Denkers gesehen werden. Man findet also immer wieder kunst- historische Verbindungen in Claudia Hauptmanns Werken. Und trotz dieser Ver- knüpfung mit Früheren Epochen, wie z.B. dem Barock oder der Renaissance, gelingt es der Voll-blut-Malerin den Bogen zur Jetzt-Zeit zu spannen. Die Verbindung von absoluter technischer Perfektion und rätselhaft religiösem Inalt stellen das Spannungsfeld der Malerei von Claudia Hauptmann dar. Sie zeigt uns nicht nur klar Erkennbares, sondern führt z.B. eine Zitrone in heilige Gefilde, lässt toten Fisch wieder auferstehen, verwandelt Brot in einen männlichen Leib, der begehrt und beweint wird. Sie zeigt uns innerhalb des Realismus magische Momente. Dies ist auch der Grund dafür, dass ich die Malerei von Claudia Hauptmann als „Magischen Realismus“ bezeichne. Sabine Aichele-Elsner MA, Leipzig |