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Die große Fahrt / Sabine Aichele-Elsner MA / 2006

  Die drei Bilder „Wege ins Paradies“ sind der Beitrag von Ina Hermann
zu der Ausstellung „Vision Paradies“ der Künstlergruppe „Chiffre 4“,
welche im Sommer 2005 in der Galerie „Haus zum güldenen Krönbacken“
in Erfurt gezeigt wurde. Alle drei Bilder spielen im Kontext Zirkus.
Dieser erklärt sich durch die von der Künstlerin formulierten Prämisse:
„Das ganze Leben ist eine Zirkusnummer“, die sie malerisch verarbeitete.
„Wege ins Paradies I.“ zeigt eine auf einem Stuhl zusammengekauerte
Figur, die ihren Kopf mit den Händen hält. Eine große Lampe beugt
sich nach vorne und wirft regelrecht ihr Licht. Die Haltung des
In-sich-gekehrt-seins kann ein Weg ins Paradies sein. Auf dem
„Wege ins Paradies II.“ schwebt ein Artist auf dem Trapez. Der Moment
des eventuellen Sprungs wurde festgehalten. Er hat keinen festen Grund
unter den Füßen, sondern neidische, gierige kleine Tiere, die bereits
auf ihn lauern. Die Gefahr des Schwebens wird durch die monsterhaften
Käfer unterstrichen. Um den Weg ins Paradies überhaupt zu betreten,
muss gesprungen werden und somit die Furcht vor dem Unbekannten
überwunden werden. Im dritten Bild steht der nackte Mann in einer
Manege auf einem vierbeinigen Hocker. Er wird von einer Trompete
bespielt, einer Lampe beleuchtet, einer blauen dürren Frau zum Sprung
durch den Ring bezirzt. Er hebt gerade seinen rechten Arm, was als
Zeichen von Schwung nehmen oder auch als Armsenken und somit Aufgeben
gedeutet werden kann. Bezeichnend ist, dass die Personen auf den
Bildern jeweils immer in Grautönen dargestellt werden. Ihre Umgebung,
das Zirkuszelt und die Spielerei von Licht und Schatten stellen dazu
einen farbigen Gegenpol dar. In der Zeichnung „Saat 1“ zeigt die
Künstlerin ein Haus als Metapher von Bodenständigkeit, einen schiefen
Horizont mit viel Erde, in welche die Saat gelegt wurde und Räder.
Samen zu streuen und die Saat zu pflegen, heisst immer etwas in
Bewegung zu bringen. Was wir säen, muß gepflegt werden. Wenn die
Saat aufgeht, bewegt sich etwas, verändert sich etwas. Es muss
beachtet werden, in welchen Boden gesät wird. Saat – Aufbau – Bewegung.
Mit Saat kann, wie es in der Zeichnung „Saat 2“ zum Ausdruck kommt,
auch eine Idee, eine Gedanke gemeint sein. Die ideele Saat wird über
einen Vermittler in die Köpfe gestreut.
Ina Hermann lebt und arbeitet in Erfurt.



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