please scroll down for English version Rede zur Eröffnung / Detlef Mallwitz / 2007 statements / Alexandra Karrasch / 2006/07 Transformation als Erkenntnis - das Sichtbare hinter den Dingen / Erik Buchheister / 2007 Konkrete Kunst oder verborgene Poesie? / Sabine Aichele-Elsner MA / 2007 Aus der Luft gegriffen |
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Transformierend spielt Alexandra Karrasch mit der Poesie und der Ästhetik von Material. Pink- oder goldfarbener Draht wird seiner ursprünglichen Funktion enthoben und in raumgreifende Installationen überführt. Das alltägliche Material enthält somit eine neue Bedeutung, beseelt und beatmet zugleich den Raum. Zusätzlich lockt die Kunst von Karrasch durch ihre haptische Sinnlichkeit zum Berühren, soll jedoch nur mit dem Auge und der dem Betrachter eigenen Vorstellungskraft erforscht werden. Die Künstlerin bietet dem Betrachter eine sinnlich-ästhetische Welt, die in ihrer Reduktion, Klarheit und Lebendigkeit fasziniert. Seit 2006 experimentierte die Künstlerin mit gesammelten Schmetterlingen, überträgt Pigmente von Schmetterlingsflügeln (Installation), extrahiert deren Linienzeichnung (Inoe) oder verwendet die Flügel direkt als Oberfläche („o.T. (quadratisches Blau)“). Die Kombination des feinen, aber leuchtenden Staubes auf Stahl hat nicht nur seinen Reiz, sondern bannt das ursprünglich in der Luft fliegende Leuchten in geometrischer Struktur auf schweren Stahl (Meides und Cisolid). Eigentlich unverbindbare Gegensätze werden hier vereint und ziehen den Betrachter durch eine Art visueller Metamorphose des Fluges in Bann. Alle Werke der Künstlerin strahlen wegen langer Experimentierphasen, ausgiebigen Vorstudien und stoffgebundenen Kämpfen, welche im künstlerischen Schaffen durchstanden werden müssen, eine unglaubliche Leichtigkeit und Direktheit aus. Eine enorme Leistung in der von schnellen Ideen zehrenden zeitgenössischen Kunstszene. So ist der Titel auch Programm: „Aus der Luft gegriffen“. Dieser suggeriert eine fast unerhörte Unbeschwertheit der Ideen- und Gedankenwelt. Diese Ausstellung markiert also bereits im Titel ihre eigene Inversion. Ein sonst eher mit flüchtigen Assoziationen verbundene Redewendung bezeichnet Arbeiten, die mit hohem Arbeitseinsatz entstanden sind: die gewissermaßen alchemische Verwandlung von natürlichen Pigmenten von Schmetterlingsflügeln in Kunst- werke, die im Mittelpunkt dieser Ausstellung stehen. Sabine Aichele-Elsner MA Out of Thin Air In playing with poetry and the aesthetics of materials, Alexandra Karrasch transforms them. Pink and gold-colored wire is shed of its original function and placed in space encompassing installations. The ordinary material is imbued with a new meaning, while it breathes life into the space it occupies. Karrasch’s art, with its haptic quality, entices one to touch, although it is only to be explored with the eyes and the beholder’s own imagination. The artist presents her viewers with a sensual-aesthetic world that fascinates with its reduction, clarity and vitality. Since 2006 the artist has experimented with butterflies she has gathered, transferring the pigment of the butterfly wings (Installation), tracing their outlines (Ino?) or using the wings as a surface for her art (No Title (“Square Blue”)). The combination of the fine yet luminescent powder on steel is not just intriguing in itself; it also captures the once airborne radiance on geometric structures of heavy steel (Meïdes and Cisolid). Non-connectable opposites are united in such works and allow the viewer to experience the spell of a visual metamorphosis of flight. The artist’s works all radiate an immense lightness and immediacy because of the long experimental phases, extensive preliminary studies and struggles with materials to which they are subjected during the artist’s creative process. An enormous feat in light of how quickly ideas become obsolete in the contemporary art scene. Hence, the exhibition’s title is also its manifest: “Out of Thin Air.” This suggests an almost incredible light-heartedness of ideas and thoughts. The exhibition indicates its own inversion in its title. The expression, which usually characterizes ephemeral associations, stands here for works that are laboriously created: the virtually alchemic transformation of natural pigments from butterfly wings into artworks, which form the focus of the show. Sabine Aichele-Elsner MA / gallery ARTAe Leipzig |