for english version please scroll down Nonverbale Imagination / 2007 Kairos - der Augenblick / Sabine Aichele-Elsner MA / 2006 |
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„Der Malakt selbst ist im Grunde genommen ein Suchen von Formen in einer lebendigen Struktur.“ Udo Klenner November 2005 Hintergrund des Titels „Kairos – der Augenblick“ ist ein Griechen- landaufenthalt 1996, seit welchem Klenner ausnahmslos ins Abstrakte ging und seine Arbeiten radikalisierte. Zusätzlich verweist Kairos als personifizierter Gott der günstigen Gelegenheit auf den Balance- akt zwischen entscheidenden Augenblicken. Entscheidungen müssen nicht nur zwischen Formen und Farbe getroffen werden, sondern was viel wichtiger ist: wann ist das Werk fertig. Dieser passende Moment des Fertigseins muss ergriffen und darf nicht überschritten werden, denn sonst ist es totgemalt und damit irreparabel und kraftlos. Rhythmus, Struktur, Fläche und Raum sind die zentralen Themen von Udo Klenner. Die Überlagerung der verschiedenen Formen und Farben eröffnen nicht nur Räume, sondern vermitteln ein meditatives Moment. Das Meditative entsteht durch die gebetsähnliche fast religiöse Wiederholung der Buchstaben, Zahlen und erfundenen Formen. Die Wiederholung und Varianz ergeben den Rhythmus, der ästhetisch erfahrbar wird, aber inhaltlich schwer fassbar ist. Die akribische Anordnung von wirklich existierenden Buchstaben, Zahlen und frei erfundenen Formen sind ein Versuch der Ordnung, die trotz Struktur und Rhythmus wieder in einem Chaos aufgelöst wird. Nichts kann festgehalten werden, es bleibt nur das Gefühl. Die Buchstaben, als elementarste Teilchen von Worten, ergeben kein Wort, die frei erfundenen Formen keine Symbole, die sich aneinander reihenden Informationen bleiben ihrer Deutung nach sensible Empfindung, eine Weltsicht, eine Sicht auf die Welt. Als Betrachter kann jeder Blick, der auf Klenners vibrierende Bilder geworfen wird, ein Moment sein, in welchem wieder Neues entdeckt wird. Dieser Blick hängt stark von der Haltung des Betrachters selbst ab. Somit wächst jedes Bild mit den Augenblicken, die ihm geschenkt werden. Seine Bilder entstehen in wochen- und monatelanger Arbeit. Jede Farbe wird neu angemischt und eingepasst oder kontrastierend eingesetzt, damit letztendlich eine perfekte Komposition mit flirrendem und zugleich meditativ beruhigendem Charakter entstehen. Vordergründig wirken die Bilder dekorativ, doch bei längerem Betrachten setzt ein Flirren ein, das an Fehldrucke und Bildstörungen erinnert. Kairos – the moment „To paint itself means basically a search of forms inside an animate structure.“ Udo Klenner November 2005 Since a journey to greece 1996 the artist Udo Klenner started to paint abstractions without exception and radicalized his work. Kairos is the personified god of favourable opportunity and of the balancing act between two critical moments. Decisions have to be found not only between the form and colour, but the most important decision is when is the work ready. That correct time must to be caught and not oversteped, otherwise the painting is dead, irreparabel and powerless. Rhythm, structure, expanse and space are the main focus of Udo Klenner. The overlay of different forms and colours open not only space, but inferr a meditative aspect. The point of meditation emerges through a similarity to praying and almost religious recurrence of the letters, numbers and fictional forms. From repetition and variance result the rhythm, which is aesthetically tangible, but not ascertainable. The meticulous ordinance of real existing letters, numbers and free cooked up forms are a trying of an order, which despite the structure and rhythm once more dissolves in a chaos. Nothing can be held, only the feeling stays. The letters, as basic partition of the words result in no word, if they are without connection. The free cooked up forms are not symbols for something. They string together like a senseless information and stay in the work's context only as sensible emotion, a world view, a view on the world. As a viewer every gaze, which is thrown on the vibrant paintings of Klenner, can be a moment, in which something new can be rediscovered. This sight correlates in the attitude of the viewer him/herself. Consequently every painting unfolds with these moments of the viewer's gaze. Klenner takes weeks, even months to finish one painting. Each colour is found, mixed and put in contrast. Finally the perfect composition with its shimmering and at once the meditative relaxing character arise. Uppon first impression the paintings look very nice, but with longer viewing they starts to shimmer which is reminiscent of a mitsprint and an image interference. Sabine Aichele-Elsner / gallery ARTAe Leipzig / Germany |