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Philosophische Labyrinthe - Wandeln in filigran-sinnlicher Architektur

  Leise Spannungen, ästhetische Momente, lineare Verdichtungen, sinnliche
Anziehungskraft charakterisieren die Drahtkunst von Bettina Lüdicke.
Läßt man sich sowohl visuell als auch emotional auf die kokonartigen
Drahtgebilde, Wandobjekte und Türme ein, so findet man immer wieder
Gegensätze.

Die zellartigen Formen sind gespannt, bestimmt, scheinen sich auszudehnen
und verharren doch im Moment der Durchdringung und Verschmelzung.
Einzelne abgeschlossene L-förmige Module mit spitz zulaufenden Verdicht-
ungen und weichen Rundungen werden von Lüdicke wie Bausteine eingesetzt,
geschichtet und zu Türmen und Pyramiden entwickelt. Linienverdichtungen
und offene Räume wechseln sich ab. Die SchattenLinien sind eigenständig
und gehören zugleich zum Ganzen. Innen- und Außenraum haben die selbe
Wertigkeit. Instabile Statik zeichnet die filigrane Architekur aus, die
immer wieder neue Durchsichten erlaubt, die zum geistigen Wandern einladen.
Knotenpunkte und weite Räume sind in der „körperhaften Geometrie“, wie
sie im „Kubus“ (2007) noch deutlicher wird, erlebbar.

Seit über 10 Jahren arbeitet die Bildhauerin Bettina Lüdicke mit Kupferdraht.
Durch eine von der Künstlerin entwickelte Technik erhalten die Drahtarbeiten
eine schimmernde Patina. Wichtige Werke in der Entwicklung der Drahtobjekte
sind die „Genesekorpus“ (2001), „Soma“ (2002-05), die Serie der Türme (2006),
Pyramiden (2006) und „Kubus“ (2007). In der Ausstellung Turm & Zelle werden
neben den Drahtarbeiten korrespondierende Zeichnungen zu sehen sein.

Sabine Aichele-Elsner MA / Galerie ARTAe Leipzig / 2007



Philosophical labyrinth – Walking in filigree-sensual architecture (Tower & Cell)

Gentle tensions, aestetical moments, linear condensations, sensual attraction
characterise the wire art of Bettina Lüdicke. To get visually and emotionally
involved with the cocoon-like wire buildings, wallobjects and towers, we
always find anticlimaxes.

The cellforms are intent, certain and seem to expand but suddenly freeze in
the moment of interpenetration and fusion. Single closed L-shaped moduls with
spiky considerations and soft curves are used by Lüdicke as building blocks,
layered to develop towers and pyramides. Line considerations and open spaces
change. The shadowlines are independent but fit to the whole objects. Inside
and outside have the same value. Instabile static characterises the filigree
architecture, which allows new persuits, inviting the viewer to mentally walk
inside the wireobjects. The nodal points and the new rooms are in the
„bodyly geometric“ like in the Kubus (2007) relivable.

For 10 years the sculptor Bettina Lüdicke has worked with the material wire.
Through a newly developed technique the wire gets a different patina. Important
works in the process of the artwork are „Genesekorpus“ (2001) „Soma“ (2002-2005),
the series of the towers (2006), the pyramides (2006) and the „Kubus“ (2007).

Her drawings always correspond with her sculptures, but they are independent
and have their own power.

Sabine Aichele-Elsner MA / Gallery ARTAe Leipzig Germany / 2007



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